Für eine gleichwürdige Begegnung von Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten

INFOABENDE für
neue BegleiterInnen

  • 05.10.2017 (Do)
  • 12.10.2017 (Do)
  • 20.10.2017 (Fr)
  • 06.11.2017 (Mo)
  • 12.12.2017 (Di)

siehe Aktuelles

Verein Jung & Alt -
Generationen im Dialog

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Erfahrungen von Begleitungen und Besuchen

"Ich saß bei Fraus S. am Bett. Sie war an diesem warmen Sommertag sehr müde und niedergeschlagen. Ich hielt ihre Hand und streichelte diese. Das mochte Frau S. gerne und erwiderte es immer wieder mit einem sanften Lächeln. Schweigend sahen wir uns an, bis Frau S. langsam ihre Augen schloss und bald danach einschlief.

Ich hielt weiterhin ihre Hand und beobachtete ihr entspanntes Gesicht. Nach etwa fünf Minuten breitete sich in mir eine innere Unruhe aus und ich fragte mich, ob es denn in Ordnung sei, einfach nur da zu sitzen, obwohl Frau S. doch schlief. Ich beschloss lieber wieder zu gehen und versuchte dabei vorsichtig, meine Hand von ihrer zu lösen.

In diesem Moment wachte sie auf, umklammerte fest meine Hand und sagte laut ‘Nein!‘. Sie schlief sofort wieder ein. Somit blieb ich weiterhin bei ihr sitzen und verfiel in Gedanken.

Mir wurde dank dieser Situation bewusst, dass einfach nur dazusitzen bzw. einfach nur da zu sein oft schon reicht oder genau perfekt sein kann. Und gemeinsames Schweigen wunderschön sein kann. Und das konnte ich mit Frau S. noch unzählige Male erleben."

(Begleiterin M.)

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Vor 9 Monaten stand Natalie zum ersten Mal vor der Wohnungstüre von Frau W. Diese hatte eine Begleiterin für kulturelle Aktivitäten gesucht. Die ersten drei BewerberInnen wimmelte sie ab. Erst Nummer vier, Natalie, eroberte das Herz der alten Dame.

"Ich habe sie von Anfang an gemocht", sagt die 82-Jährige.

"Es ist ein Riesenglück, sie ist genau die Person, die ich gesucht habe. Ich lerne so viel von ihr, auch über mich selbst", so die 22-jährige Natalie. "Wenn jemand schlechte Augen hat, so lese ich ihm vor. Wenn jemand früher gern gereist ist, mache ich eine imaginäre Reise im Kopf mit ihm."

"Sie gibt mir sehr viel", freut sich die alte Dame über ihre junge Begleitung.

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"Ich besuche die Dame seit gut 1 1/2 Jahren. Sie hat mittlerweile ihren 91. Geburtstag gefeiert. Nachdem sie an Alzheimer Demenz erkrankt ist, nimmt ihr sprachliches Ausdrucksvermögen ab. Ich empfinde es als Schatzsuche zu entdecken, was dem Menschen Kraft und Würde geben könnte. Bei einem meiner Besuche war die Dame verwirrt und aufgeregt, hat laut und schwer geatmet. Da sie ihre Religion immer gelebt hat, habe ich ihr angeboten, das ‘Vater unser’ vorzusingen. Sie hat genickt, ich habe gesungen und etwas schönes zeigte sich: Die Dame hat die Augen geschlossen, ihr Gesicht hat sich entspannt und ihr Atmen wurde ruhiger. In meiner Wahrnehmung war sie ganz in sich und es war eine besondere, stille Atmosphäre im Raum...

Das ist eines meiner Erlebnisse, die mir durch die Besuche geschenkt werden. Dieses Bild und die Gefühle, die ich dabei hatte, werde ich lange in mir tragen und dafür bin ich dankbar."

(Begleiterin M.)

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"Ich gehe Frau F. zweimal pro Woche ca. je eine Stunde besuchen. Nach einer Zeit, wo ich nur ihre Hand streichelte und ihr vorsang, begann ich, ein paar Schritte mit ihr zu gehen, wenn möglich im Garten, den sie sehr genießt. Sofern sie Lust und Kraft hat, überhaupt aus dem Bett aufzustehen, tun wir das seither. Oft aktiviert sie das und sie spricht einige Sätze. Höhepunkt war, dass sie einmal zu ‘Liebe Schwester, tanz mit mir’ mitgesungen hat."

(Besucherin in Döbling)